News 30.03.2017_3 - Die Datenschutzexperten - Seminare zum Datenschutz und zur EU-DSGVO, Bestellung des externen Datenschutzbeauftragten, Gutachten zum Datenschutz

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US-Internetprovider dürfen Daten zu Geld machen

Die US-Internetdienstanbieter dürfen weiterhin ohne Einwilligung der Anschlussinhaber Daten ihrer Nutzer auswerten und verkaufen. Die neuen Datenschutzvorschriften der Federal Communications Commission (FCC) treten aller Wahrscheinlichkeit nach nicht in Kraft. Des einen Freud ist des anderen Leid? Während die Bürgerrechtler protestieren reiben sich Werbetreibende die Hände.

Welche Daten betroffen sind

Die Vorschriften der FCC wurden aufgrund der von vielen Providern eingesetzten Supercookies erlassen, die jedoch bereits seit mehreren Jahren in den USA von Providern verwendet werden. Die Datenströme der Nutzer werden dabei unbemerkt „getracked“. Dabei können gezielte Bewegungsmuster im Internet und Profile über das Online-Verhalten erstellt werden – warum? Selbstverständlich geht es auch hierbei darum, die Nutzer gezielter und standortbezogen mit Werbung zu versorgen. Die Interessenprofile werden zu diesen Zwecken weitergegeben.

Ist das legal?

Ja und nein! Wie die FCC 2016 vorläufig einräumte, müssen den Nutzern mindestens die Möglichkeit zum Wiederspruch eingeräumt werden. Mit dem Erlass der neuen Vorschriften sollte diese Praxis dann fortan durch das „Opt-In“ des Kunden erst rechtmäßig werden. Selbstverständlich sind Provider und Werbende gegen das Opt-In-Verfahren. Auch diese Karten sind spätestens seit der Trump-Regierung neu gemischt.

Der US-Senat stimmte mehrheitlich gegen die neuen Schutzvorschriften. Auch das Unterhaus konnte nicht für den Datenschutz begeistert werden. Damit werden auch die zusätzlichen Auflagen der FCC, Kunden über Datenpannen und Verstöße zu informieren, „hinfällig“. Da inzwischen jedoch auch die FCC-Führungsriege republikanisch besetzt wurde, ist nun auch die Sicherheit von Kundendaten bei den Netzbetreibern gefährdet. Diese Vorschriften wurden durch den neuen Vorsitzenden relativiert.

„America First“: Aufwind für Dienstanbieter und Werbeindustrie

Diese Entwicklungen sind ein klares Signal an Dienstanbieter und Werbeindustrie ab sofort „in die Tasten zu hauen“. Getreu dem Motto „America first“ dürften diese enorm durch den Abbau dieser ökonomischen Barrieren profitieren. Profitabel dürfte dies auch für andere Big-Data-Unternehmen sein, die ihren Datenbestand durch den Zukauf von Nutzerprofilen nun bereichern können. Endgeräte könnten ab sofort anstellte der in der EU vorgesehenen datenschutzfreundlichen Voreinstellungen durch Soft- und Hardwaregestaltung in den USA nun „datenschutzfeindliche Voreinstellungen“ hervorrufen. Durch entsprechende Software, Skripte und Cookies mit den Werkseinstellungen könnten etwa gezielt übertragene Inhalte ausgelesen und übertragen werden. Sicherlich wird es auch Anbieter geben, die den Datenschutz als Wettbewerbsvorteils erkennen und sich entsprechend am US-Markt positionieren.




 
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